Nach tiefgehender Analyse sei der Ausschluss von Russland und Belarus der einzige Weg gewesen, um glaubwürdig zu bleiben, schreibt Swiss Paralympic in er Stellungnahme. Diese Haltung haben sie zusammen mit vielen anderen Nationen dem IPC mitgeteilt. Nachdem das anders entschieden hat, nimmt Swiss Paralympic den Entscheid mit "grossem Befremden zur Kenntnis, dass die aktuellen Rechtsgrundlagen des IPC offenbar nicht ausreichen, um einen konsequenten Ausschluss russischer und belarussischer Delegationen zu legitimieren."
Präsident René Will zeigt sich in der Medienmitteilung tief enttäuscht: "Es ist befremdlich, eigentlich traurig, dass das IPC es nach den russischen Dopingvorfällen an den Olympischen und Paralympischen Spielen von Sotschi 2014 und der zeitgleich zu erduldenden Invasion der Krim verpasst hat, seine Rechtsgrundlagen auf solche Vorkommnisse zu überprüfen und anzupassen. Swiss Paralympic ist entsetzt und konsterniert, dass dies offenbar dazu führen konnte, dass ein konsequenter Ausschluss nun zu existenzgefährdenden Klagen gegen das IPC führen könnte."
Die Verantwortlichen finden es gegenüber der Delegation und der weiteren Öffentlichkeit in der Schweiz eine unerträgliche Situation: "Dies wird wohl zu einem Glaubwürdigkeitsproblem führen, das unsere Bewegung nicht verdient hat", so Will weiter. Neben den schon erschwerten Bedingungen wegen Covid-19 kommt nun auch noch dieser Aspekt dazu. Es geht nun darum Ruhe und Konzentration auf den Sport zu wahren. "Unsere Athletinnen und Athleten haben sich vier Jahre auf diese Spiele vorbereitet. Dass Russland – nach der Krim-Invasion 2014 – nun schon zum zweiten Mal den olympischen und paralympischen Frieden stört, ist schlicht verwerflich, von der ganzen menschlichen Tragödie in der Ukraine gar nicht zu sprechen. Die paralympischen Sportler werden damit wohl auch ihrer verdienten Medien-Aufmerksamkeit grösstenteils beraubt und dunkle Wolken werden die Erinnerungen an die Spiele trüben, die eigentlich ein ‚Highlight‘ in der Karriere der Parasportler*innen werden sollten", wird Will zum Abschluss erneut deutlich.